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Beleuchtung

 

Batterie, auf Bleigel-Batterie umbauen
(Alle Baujahre und Typen, die eine Batterie 12N-5.5A-3B eingebaut haben)

   Wer kennt das nicht, jedes Mal das Generve mit der Batterie. Obwohl wegen abwesendem E-Starter mit 5,5Ah ausreichend dimensioniert, macht sie häufig schlapp. Und dann leidet die Zündfreudigkeit, im Standgas geht die RD dauernd aus, Zündkerzen versiffen, usw. Der geneigte RD-Fahrer sucht überall den Fehler, bei der Batterie landet er meist zuletzt. Obwohl nicht versteckt, springt sie einem beim Öffnen der Sitzbank doch förmlich entgegen, kümmert die Batterie in einer RD ein geschundenes Leben. Meist leidet sie unter Trockenheit (der Säurestand sollte wirklich regelmässig geprüft werden!). Kollabiert der Regler (die RD-Fahrer der älteren Modelle mit mechanischem Lichtmaschinenregler kennen sowas öfter) wird die Batterie hemmungslos ausgekocht.Sitzt der Überlaufschlauch nicht richtig oder ist falsch verlegt, tropft überlaufende Batteriesäure irgendwo auf Rahmenteile und richtet dort irreparable Zerstörungen an. Wer hat nicht schon angewidert den verrostete Batteriehalter in der Hand gehalten? Bei heutigen "modernen" Moppeds ist man da weiter, da haben längst dichte Bleigel-Batterien Einzug gehalten. Der Preis der Bleigel-Batterien sind mittlerweise auch schon ertragbar geworden.

   Allerdings sollte man beachten, dass auch Bleigel-Batterien nicht hermetisch verschlossen sind, im Störfall (Überdruck wegen Falschladen oder auch bei Kurzschluss) auch abgasen können. Hierzu ist meist in der oberen Abdeckung ein Sicherheitsventil vorgesehen. Anderenfalls (bei zu billigem Chinaschrott) kann die Bleigel-Batterie sonst explodieren. Zu achten ist, dass die elektrischen Daten "stimmen". Die bisherig eingebaute Batterie verträgt einen Ladestrom von maximal 0,55 Ampere (Faustformel Ah / 10). Es muss auch darauf geachtet werden, dass der Temperaturbereich ausreichend ist, sonst kann die Bleigel-Batterie beispielsweise im Winter platzen! NC-Akkus oder andere sind absolut ungeeignet, da der Lichtmaschinenregler nur Blei-Batterien "kann"; eine Bleigel-Batterie ist bereits grenzwertig. Fündig wird man meist bei diesen Batterien für Roller. Der Preis bewegt sich meist zwischen ca. 15 bis über 100 Euro, also suchen! Bervorzugt sind Batterien mit Schraub- oder notfalls AMP-Steckanschluss. Die Batterien mit drangelöteten erbärmlich dünnen Drähten sind ungeeignet. Bei Selbstanlöten von dickeren Drähten erlischt die Garantie und kann bei eigenem Ungeschick die Batterie kaputt gehen. Es gibt genügend passende.
 

  Lange habe ich nach einer passenden Bleigel-Batterie gesucht, die bei einer RD hineinpasst. Nichts, njente, nana, nix. Also war eine kleine Bastelstunde angesagt.
 

 Einbauort der Batterie in einer RD400 '77
 

 Batterie Typ 12N-5.5A-3B
 

   Im tiefen Internet wurde ich dann fündig, eine Bleigel-Batterie mit den elektrischen Werten 12Volt und 5Ah bei 20 Stunden, der maximal zulässige Ladestrom mit 1,5A (Original 0,55A) passt auch. Die Einbaumasse sind natürlich kleiner als die der Original-Batterie. Laut technischem Datenblatt von - 30 °C bis + 50 °C beständig. Allerdings wird die von mir gefundene Batterie vom Hersteller Effekta speziell als Notstrom-Akku angeboten. Da bei einer RD ein Elektrostarter (Hochstromvermögen) nicht vorhanden ist, sehe ich da eher kein Problem. hier ist die sonst übliche Kapazität von 4,5 Ah mit 5 Ah sogar etwas grösser. Durch die erhoffte bessere Lebensdauer wird die geringere Kapazität wohl eine kleinere Rolle spielen. Anders die kleineren Abmessungen und die meist anderen elektrischen Anschlüsse.
 

 Die alternative Bleigel-Batterie besitzt die üblichen 6,3-AMP-Flachsteckanschlüsse
 

 Die elektrischen Daten passen halbsweg
 
 

   Einseits musste ich die elektrischen Anschlüsse von 6,3-AMP-Steckanschlüsse auf die konventionellen M5-Schraubanschlüsse adaptieren und andererseits die Einbaumasse anpassen. Hierzu verwendete ich ca. 3mm starke Kunststoffplatten und Schaumgummi (Armaflex - ölbeständig). An die stirnseitige isolierende (!) Kunststoffplatte kamen die beiden M5-Schraubanschlüsse.
 

 Vorne und hinten je eine passend zurechtgeschnitte Kunststoffplatte. Vorne auf den passenden Abstand die beiden Anschlüsse für den Plus- und Minus-Pol.
 

 Kurze Kabelbrücken, eine Seite 6mm-AMP-Stecker, die andere Seite mit Kabelöse 5mm

 

   Vorn und hinten setzte ich eine den Abmessungend er alten Batterie entsprechnd geschnittene Kunststoffplatten. In die vordere bohrte rechts und links an passender Stelle zwei 5 mm Löcher für die Schrauben des Plus- und Minus-Pols. Passende Kabelbrücken, auf der einen Seite den 6mm-AMP-Stecker, auf der anderen Seite eine 5mm-Kabelöse aufgecrimpt. DIe Drähte lang genug, falls bei einer Nachfolgerbatterie die Lage der Pole vertauscht sind. Als Drähte sind in der Regel bei der RD 2,5 mm² ausreichend, ich habe kiloweise passende in 6mm² mit "kuzschlusfester Isolierung" bereits mit AMP-Stecker von diesen APC-Notstromakkus. Ansonsten die Drähte sicherheitshalber zusätzlich mit Isolierschlauch (Schrumpfschlauch doppelt) ummanteln: Bei Kurzschluss geht sonst alles hübsch in Flammen auf!
 

Von unten sieht man die beiden seitlichen Schaumstoffplatten als Platzhalter. Verwendet habe ich geschlossenporigen Schaumstoff mit etwas Öl- und Temperaturbeständigkeit (Arma-Flex). Das ganze Konglomerat dann grosszügig mit Isolierband umwickelt. So ist ein späteters Zerlegen leicht möglich. Ausserdem passte wieder der originale Gummibandring der alten Batterie wieder drauf.

 

   Die neue Bleigel-Batterie in die RD eingebaut, passt perfekt. Etwas umständlich der Anschluss durch die "umgedrehten" Schrauben. Zum Schutz des Plus-Pols habe ich ein Stück zähen Elektrorohr längs aufgeschlitzt und auf den Plus-Pol gesteckt. So kann einem Kurzschluss vorgebeugt werden. Jetzt muss der Praxisbetrieb zeigen, ob der Umbau gelohnt hat.
 

 Durch die vordere und hintere Kunststoffplatte erfüllt auch der originale Batterie-Spanngummi seinen Zweck. Rechts unten der Kunststoffrohr-Abschnitt, um den Plus-Pol zu schützen.
 

 Abschliessend habe ich noch von oben eine Arma-Flex-Platte aufgelegt. Sieht dann besser aus und der TÜVler wird nicht so geschockt.

 

 

Stand 21.11.2009

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